WMVG - Widerstandsmodell zur Modellierung von modalen Verlagerungseffekten im Güterverkehrszentren

Gefördert durch das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Bayern
unter Az D 2-F1116.NU/3/2

Moderne Volkswirtschaften benötigen einen starken Verkehrssektor, da erst die Mobilität von Gütern und Personen arbeitsteiliges Wirtschaften und Wertschöpfung in allen Wirtschaftssektoren ermöglicht. Obwohl der Verkehrssektor seit der Wiedervereinigung 1991 in den letzten 20 Jahren kontinuierlich gewachsen ist , ist der Anteil der Verkehrsträger Binnenschiff und Schiene an der Transportleistung auf einem konstanten bis leicht rückläufigem Niveau verharrt, während der Anteil des Verkehrsträgers LKW kontinuierlich wächst. Die Verlagerung vom der LKW auf den Zug oder das Binnenschiff birgt indes eines der wesentlichen Potentiale zur Reduktion von CO2 - oder Feinstaubemissionen im containerbasierten Güterverkehr.

In diesem Forschungsprojekt soll untersucht werden, welche Einfluss- bzw. Widerstandsfaktoren die Entscheidung bzgl. der Versandart von Containern auf die Verkehrsträger LKW, Binnenschiff und Schiene beim Transport vom Versender zum Empfänger beeinflussen. Diese Erkenntnisse sollen die Eingangsparameter eines Verkehrsmittelwahlmodells bilden, mit welchem der containerbasierte Straßengüterverkehr unter sich verändernden Rahmenbedingungen analysiert werden soll.

Die Veränderung dieser Widerstandsfaktoren (bspw. steigende Kraftstoffpreise, schnellere Bahnrelationen, einfacher Netzzugang, etc.) kann durch Variation der Eingangsparameter im Modell berücksichtigt werden. Durch den Vergleich der resultierenden Belastungen im Verkehrsnetz sollen Verlagerungseffekte zwischen den Verkehrsträgern in Abhängigkeit von den Widerstandsfaktoren ermittelt werden. So kann im Rahmen des Forschungsprojektes untersucht werden, welcher Teil des containerbasierten Straßengüterverkehrs im Donaukorridor (TEN-Korridor 17) sich unter welchen Rahmenbedingungen auf die Verkehrsträger Binnenschiff und Schiene verlagern ließe. Die Methodik mit den in diesem Forschungsvorhaben Erkenntnissen und Ergebnissen gewonnen werden, kann Versendern, Verladern und Betreibern von Güterverkehrszentren sowie öffentlichen Einrichtungen als strategische Planungsgrundlage für die Gestaltung der Transportrelationen entlang des Donaukorridors dienen.